Verwaltungsportal

Montankulturerbe Meilenstein 1

Sanierung des Empfangsgebäudes des Schmalspurbahnmuseum in Rittersgrün

Im Rahmen des grenzübergreifenden Projektes „MONTANKULTURERBE“ wurde durch die Gemeinde Breitenbrunn in den Jahren 2016 bis 2018 das Empfangsgebäude renoviert und die Ausstellung des Museums neugestaltet.

Das Konzept zur Neugestaltung des Museums wurde mit der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden abgestimmt und unter Berücksichtigung ihrer Anmerkungen angepasst.

Die Grundkonzeption orientiert sich an der historischen Nutzung und den funktionellen Abläufen im Bahnhofsgebäude bis 1971. Der Bahnhof fungiert mit seinen original erhaltenen Räumen und Ausstattungen somit selbst als wichtigstes Exponat. Die Raumstrukturen mit den jeweiligen Funktionen wurden unter weitgehender Beibehaltung der Materialien und Oberflächen erhalten und erlebbar gemacht. Notwendige Komponente und Einbauten für Ausstellungsarchitektur, Exponat- präsentation oder -technik wurden als solche durch Material- oder Farbwechsel kenntlich gemacht und sind vom originalen Bestand erkennbar zu unterscheiden.

Der Besucher wird im historischen Eingangsbereich empfangen. Angeschlossen an den Empfang ist ein separater Kassen- und Informationsraum, der dem Verkauf von Tickets und Merchandise -Artikeln für das Museum als auch touristischer Anlauf- und Tourist-Information dient.

Der Ausstellungsbereich des Museums beginnt nach dem Passieren einer neuen Glastür im Warte- und Empfangssaal. Dieser wird nahezu im ursprünglichen Zustand erhalten. Die während der Bauarbeiten entdeckte denkmalgeschützte Raumfassung wurde nach einer Befunduntersuchung konserviert und restauriert einschließlich der Eichenholzimitationsmalerei auf raumseitigen Holzbauteilen.

Im Wartesaal begegnet man einer jungen Mutter mit ihrem Kind, die wohl mit der Bahn nach Grünstädtel aufbrechen möchte. Diese lebensechten Puppen, die bis zur Schnupfennase des Säuglings echt erscheinen, verstärken noch den Eindruck der vergangenen Zeiten.

Im Wartebereich sitzt eine weitere Figur eines Rittersgrüners, der in Mundart per Audiowiedergabe von seiner täglichen Fahrt mit der Schmalspurbahn berichtet. Es ist schon vorgekommen, dass er von den Besuchern höflichst gegrüßt wurde.

Nach der Besichtigung des Warteraums gehen die Besucher weiter in den Dienstraum.

Auch der ehemalige Dienstraum des Bahnhofs wurde in seiner ursprünglichen Funktion und Einrichtung nah am originalen Zustand belassen.

Im Dienstraum steht eine Figur einer jungen Dame, welche scheinbar noch Fahrkarten verkauft.

Vorbei an Tischvitrine mit Signalen und alten Druckern geht es zum mechanischen Fahrkartendrucker und der Ecke mit Schreibtisch sowie der Ackermannschen Schlüsseltafel als Exponat der Sicherungstechnik.

Das zweite ehemalige Dienstzimmer ist der Ausstellung zum örtlichen Gewerbe, dem Altbergbau und dem Rittersgrüner Meteoriten gewidmet. Mit „Leben in Rittersgrün – damals und heute“ wurde der Ausstellungsraum überschrieben. Entsprechend der Hinweise der Landesstelle für Museumswesen steht hier im Mittelpunkt der Bergbau, Bergknappschaft, Hammerwerke sowie Holzindustrie und Pappen/Papierherstellung in Rittersgrün.

Als herausragende Exponate sind dort eine Weihnachtspyramide von der Firma Flemming und ein „Kinder-Sommerwagen“ des gleichen Herstellers zu sehen. Beide Artikel und Handwagen wurden zu Hunderten mit der Bahn abtransportiert.

Im größten Raum der Ausstellung, dem ehemaligen Güterboden, hat die zentrale Installation Platz gefunden. Hier wurden ein historisches Fuhrwerk und einer der ersten in Rittersgrün eingesetzten Güterwaggons gegenübergestellt. Beide stehen als Sinnbild der jeweiligen Epochen der Technik- und Transportgeschichte. Anhand der beiden Originalexponate sollen dem Besucher nachvollziehbar im Maßstab 1:1 der Unterschied von 2 PS (2 Pferde vor dem Fuhrwerk) und 250 PS (Lokomotive vor Waggon) eindrucksvoll vor Augen geführt werden.

Die gesamte Ausstellung wurde 3-sprachig (deutsch, tschechisch, englisch) ausgeführt.

Im Rahmen des Projektes hatte sich die Gemeinde im Frühjahr 2020 bei dem Deutschen Tourismusverband angemeldet eine zertifizierte Tourist-Information im Ort mit allen notwendigen Kriterien zu erschaffen und im Herbst 2020 wurde die Prüfung für die Zertifizierung der „i-Marke“ erfolgreich bestanden.

Auch der Ortsplan wurde vor dem Empfangsgebäude /Eingang in das Schmalspurbahn-Museum aufgestellt. Der Bereich der Informationstafeln wurde auch neugestaltet. Informationstafeln bzw. Vitrinen für die Informationen zu Tourismus und Veranstaltungen wurden angebracht.

 

© Sven Wächtler E-Mail